Beiträge mit dem Schlagwort: Vagabund mit Hund (SüdOstEuropaTrampen 2014)

Das Leben in Slobozia

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Dada ist angekommen, und nach einem schönen, ersten Tag stürzen wir uns auf die Arbeit. Obwohl wir für die selbe Organisation und mit den selben Kindern wie in unserem gemeinsamen europäischen Freiwilligenjahr arbeiten, scheint dieses Mal alles besser. Es ist ein privates Projekt, und Dada kann es gestalten, wie sie möchte, und arbeiten, wie und wann sie möchte. Und da sie eine eifrige Dame mit Visionen ist, arbeiten wir viel – sehr viel. Oft ist es anstrengend, und die Hitze macht es nicht einfacher. Aber wir wissen, wofür wir es tun, und die Dankbarkeit und Liebe der Kinder ist buchstäblich umwerfend.

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Rumäniens Zukunft

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Eines der schönen Dinge an der Arbeit mit Kindern ist, dass sie ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Deshalb habe ich mich mal an einer Art Portrait-Fotografie herangetastet und hier eine Auswahl vorbereitet.

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Tiere der Straße

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Wenn man ein Jahr in einer wirklich rumänischen Stadt ohne Touristen lebt, kennt man nach einer Weile jeden Straßenhund. Hat mein keine Phobie gewöhnt man sich schnell an sie, und in meinem Fall lernt man sie sogar lieben. In meinem Freiwilligenjahr gaben wir den besonders markanten Hunden sogar Namen. Da gibt es Scarface, dessen Haut von Narben übersäht ist. Oder Gandalfrat, dessen graues Haar an den weisen Zauberer erinnert, und dessen Rute zur Hälfte bis auf die Knochen abgestorben ist. Oder Faust, den wir in diesem Monat sehr vermissen. Der alte, kleine Brownie, dessen kurze Zeit mit uns besonders schön war, bevor er einfach verschwand. Hyena, die zwar ein Haus zu beschützen hat, jedoch nahezu ein Leben auf der Straße verbringt. Und vielen anderen.

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Der Penner von Gara de Nord – von Bukarest nach Slobozia

Gara de Nord

Ich bin in Lüneburg aufgewachsen.
Natürlich gibt es dort Obdachlose.
Trotzdem gehörten sie nie zur Normalität. Ich erinnere mich gut an den schlecht rasierten, schmutzigen Alten mit blonden, verfilzten Haaren, gekleidet in punkiger, kaputter Kluft. Jeden Tag auf dem Weg zur Berufsschule sah ich ihn in der Katzenstraße sitzen, zwischen ’nem alternativen Szeneschuppen und ’nem Jugendtreff im historischen Gebäude der ehemaligen Musikschule. Manchmal traf mich sein müder Blick, und ich hielt ihm stand. Ich wusste nicht, wieso es mir so leicht fiel. Ich weiß es immer noch nicht. Aber ich weiß, das bewusstes Wegschauen nur wenig besser als ein verachtenswerter Blick ist.
Eines Abends begegnete ich ihm in meiner Stammkneipe. Selber Look, selber Blick. Hier fiel er nicht auf. Nur das elegante, stets neu gefüllte Weinglas, vereint mit seinen schmutzigen, kaputten Fingernägeln, wirkte befremdlich. Ich nickte ihm zu, und er antwortete lallend.
(Titelfoto von Panoramio|Google Maps)

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Sibiu, Rettung in letzter Minute

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In Rumäniens Städten gibt es oft Hitchhiker Hotspots, von denen die Tramper und die Autofahrer wissen. Da es in Rumänien üblich ist, dem Fahrer eine kleine Unsumme für seine gute Tat zu geben, ist es recht leicht, mitgenommen zu werden. Mit großem Rucksack ist es immernoch kein Problem, doch mit einem Hund hast du hier die absolute Arschkarte gezogen.

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Warum eigentlich Rumänien?

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Für mich ist es gut, Ziele zu haben. So reise ist meist zu Orten, die ich mir vorher herausgesucht hatte. Da gab es Kempten, als erster Couchsurfer-Ort, Lausanne als erster, größerer Aufenthalt und Ivrea, welches ich mir wenige Stunden zuvor als spontanes Ziel herauspickte. Dass ich einen kleinen Plan, ein kleines Ziel brauche, merkte ich zuletzt in Cluj, als ich mich einfach treiben ließ und den Stimmungen der Hippies folgte.
Es ging es durch Deutschland, durch die Schweiz, durch Italien, Kroatien und Ungarn. Und oft hörte ich die Frage: „Wieso eigentlich Rumänien?“

Nun, Rumänien war schon vor Anfang meiner Reise das Ziel für einen großen Zwischenstopp. Und wieso, das erkläre ich euch nun:

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Rainbow-Invasion im Cotton Club

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Noch beim Essen der labbrigen Pizza in Oradea hatte ich Kuba per Facebook kontaktiert. Ein alter Bekannter aus Tschechien, der seit gut zwei Jahren in seiner Wahlheimat Bukarest lebt und sich irgendwie mit Freiwilligenarbeit und kreativen Projekten mit Film und Projektion über Wasser hält. Ich fragte ihn, ob er immernoch in Rumänien sei, und tatsächlich, er hatte gerade seine Unterkunft aus finanziellen Gründen aufgeben müssen, und versucht nach Cluj zu trampen, um dort zwei Menschen zu treffen, die mindestens so schräg sind wie er selbst: Tom und Carson. Mit diesen, so der Plan, wolle er im Apuseni-Gebirge das Rainbow-Gathering besuchen. Ein Treffen der Rainbow-Family, das jährlich in unterschiedlichen Ländern stattfindet. Weiterlesen

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Fein geschmaust in Oradea

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Ich hab’s geschafft! Aber alles der Reihe nach. Um sechs Uhr packe ich mein Zelt zusammen. Recht spät, doch kam der Sonnenaufgang nicht gegen das Neonlicht der Tankstelle und des seltsamen Parkplatzes an. Ich schaute sogar um zwei Uhr nachts auf mein Handy, um mich zu vergewissern, ob es nicht bereits morgen sei.
Ich folgte dem jungen Tankwart, dem ich letzten Abend nach dem Zeltplatz fragte, ins nächste Dorf. Dort, an einer Bushaltestelle, platzierte ich mich mit dem Daumen in der angenehmen Morgensonne. Ich musste nicht lange warten, bis mich eine für meinen ungarischen Erfahrungsschatz eher ungewöhnliche, junge Frau mitnahm. Weiterlesen

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