Daniel

Portrait

Das bin ich, Daniel.
87’er Jahrgang.

Geboren im schönen Lüneburg verbrachte ich, wie die meisten auch, ein Leben mit Höhen und Tiefen. Die letzten großen, einschneidenden Ereignisse waren wohl das Ende meiner Band, mein Jahr in Rumänien (www.evslobozia.blogspot.ro), mein Umzug nach Hamburg und meine drei Monate spätere Entscheidung meinen sicheren Job zu kündigen um die Welt zu entdecken.

Alles aufzugeben fiel mir gar nicht schwer. Man wird älter und die Freunde verstreuen sich in alle Winde, und es gibt keinerlei örtlich gebundene Verpflichtungen.
Eigentlich wollte ich noch warten, bis ich meinem langjährigen Fernweh nachgebe. So lange, bis ich genug Geld und Ausrüstung erarbeitet hätte. Doch in die allmorgendlichen, leblosen Gesichter in der U-Bahn zu sehen kotzte mich dann doch zu sehr an! Vor allem, weil ich selbst nicht besser war.

Und für all die schönen Dinge, die einem am Herzen liegen, hatte ich keine Zeit. Man kennt das Problem: Entweder hat man Geld, aber keine Zeit, oder Zeit, aber kein Geld.
Und dann war da noch Spoon, die in meinem Zimmer verlotterte und nur am Wochenende richtig raus kam.

So führten wir beide ein Hundeleben.

Ich musste mich entscheiden: Ziehe ich das Jahr durch und starte mein Abenteuer mit guter Ausrüstung und mehr Sicherheit, oder verabschiede ich mich direkt vom sinnlos selbstaufopferungswilligem Zeitgeist, setze mein letztes Geld geschickt ein und werde ein Kind der Straße?

… !

Was ich mir mit dem Nachgeben meiner Wanderlust erhoffe klingt erstmal naiv. Ich möchte meinem Leben Sinn einhauchen! Ich bin fester Überzeugung, dass es keinen großartigen Sinn des Lebens gibt. Allerdings bin ich auch der Überzeugung, dass jeder seinen persönlichen Sinn des Lebens finden kann. Man muss nur suchen, und das kostet Mut. Und, wie sollte es anders sein, möchte ich auch zu mir selbst finden.

Ich reise mit meiner Gitarre, meinem Zeichenblock und meiner Kamera, und all das möchte ich bald beherrschen.
Ich möchte aber auch meinen Platz in dieser Welt finden. Einen Platz der mir gefällt und dem ich gefalle. Und mit dem Ändern meines Lebens möchte ich natürlich auch mich selbst ändern und die negativen Charakterzüge zumindest ein wenig ausmerzen.

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14 Kommentare

14 Gedanken zu „Daniel

  1. Kazim

    Hallo Daniel, wow was für ein Mut. Es zu lesen löst bei mir schon gemischte Gefühle aus. Bin 35, und genau das, was du mit selbstlos für das Wirtschaftssystem arbeitend und nicht mehr das „Sein“ lebend (oder ähnlich) beschreibst. Studiert, Arbeit, Burnout, weiter Arbeit für Freizeit kämpfend alles ganz ordentlich etc. und nun in einer Sackgasse. Bin in einem Gespräch vor den Kopf gestossen worden, dass ich nur Ferien gemacht hätte. So voller Sicherheit, alles geplant, sauber und all das. Das war wie ne Ohrfeige. Seither kreist bei mir die Art von Reisen im Kopf…. und ich erkannte erst, dass mir das ne scheiss Angst macht. Seither google ich halt viel darüber. Und dein Blog hilft – ein bisschen 🙂

    Mal sehen, ob und wann ich mal Mut habe fürs Leben.

    Lieber Gruss aus Solothurn (gleich bei Wiedlisbach)

    • micha

      du bis nich alleine ; ) . komm raus da aus der muehle…folge deim herzen und schmeiss die ganzen mentalen ketten und konditionierungen ab und raus da! dann du wirst sehen welch tueren sich unerwartet fuer dich oeffnen werden und welch geschenke dir das universum präsentieren wird. die welt is groooooooooooooooooos …and f*** germany is not everything. only a f*** microcosmos….. and u are trained to run as a hamster in the wheel. und du folgst…weil dus nich besser weist. wie auch..
      “ be the change u want to see “ …
      peace

      ps… i bin 34 : ) ………… jiippiiiiiiiiiiiii

      • Kazim

        Haha:-) macht mut danke. Es ist zwar in der schweiz aber derselbe scheiss microcosmos 🙂
        Der Hamster im Rad war gut.

        • Hey, Wiedlisbach! Schöne, wenn auch feuchte und kalte Erinnerungen! Mein Aufenthalt dort und in der Schweiz erscheint mir schon so fern. Und das ist auch so eine Sache, die das Reisen ändert. Du erlebst so viel in so viel unterschiedlichen Plätzen, dass dir das Leben so intensiv und lang vorkommt.
          Wie oft saß ich damals zuhause und fragte mich, was ich die letzte Woche, und manchmal sogar am gestrigen Tag getan hatte? Und ich kam und kam nicht drauf. Das ist ’ne fiese Art von Routine.

          Trotzdem, ich will nicht schlecht über das bodenständige Leben urteilen. Wenn man es nach seinen Wünschen und Bedürfnissen lebt, ist es genauso lebenswert wie alle anderen, gesunden Lebensstile. Das ist ganz subjektiv.

          Google noch mehr, aber lies auch andere Reiseblogs. Oder Bücher! Ein paar Tage zuvor fand ich diesen Link: http://bookslap.com/
          Da wirst du einige gute Bücher finden, die dir helfen werden, dich richtig zu entscheiden. 🙂

          Ich danke dir, Kazim, für deinen Post. Es ist schön zu lesen, dass ich dir ein wenig helfen konnte (und das mein Blog wahrgenommen wird). Liebe Grüße in die Schweiz! Und lass bald wieder von dir hören, wenn du deinen eigenen Weg gefunden hast.

          • Kazim

            Hey Daniel. Danke für deine Antwort, tut auch gut ernst genommen zu werden. Schaue mir die seite an.
            Herzlichen Dank
            Kazim

  2. Lizzy

    Hey Daniel,
    Cool habe ich dem nächst auch vor!
    kann man dir auch eine mail schreiben?

  3. micha

    moin moin
    coole sache die du da gemacht hast..oder machst? haette da n paa fragen. kann man dich auch per e mail kontaktieren?

  4. Ich muss sagen, Respekt, einfach so alles hinter sich zu lassen und die Welt zu erkunden, ein Traum den bestimmt viele haben. Nur traut sich halt keiner.
    Im Prinzip stehe ich grade auch so ein bisschen vor der Entscheidung ob ich in meiner Heimat studieren soll oder doch lieber alles hinter mir lassen und „in der Ferne“ studieren. Quasi ein neues Leben light, aber nicht zu vergleichen mit deiner Weltreise.

    Klasse Blog, klasse Typ 🙂

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