Monatsarchiv: Juni 2014

Der Penner von Gara de Nord – von Bukarest nach Slobozia

Gara de Nord

Ich bin in Lüneburg aufgewachsen.
Natürlich gibt es dort Obdachlose.
Trotzdem gehörten sie nie zur Normalität. Ich erinnere mich gut an den schlecht rasierten, schmutzigen Alten mit blonden, verfilzten Haaren, gekleidet in punkiger, kaputter Kluft. Jeden Tag auf dem Weg zur Berufsschule sah ich ihn in der Katzenstraße sitzen, zwischen ’nem alternativen Szeneschuppen und ’nem Jugendtreff im historischen Gebäude der ehemaligen Musikschule. Manchmal traf mich sein müder Blick, und ich hielt ihm stand. Ich wusste nicht, wieso es mir so leicht fiel. Ich weiß es immer noch nicht. Aber ich weiß, das bewusstes Wegschauen nur wenig besser als ein verachtenswerter Blick ist.
Eines Abends begegnete ich ihm in meiner Stammkneipe. Selber Look, selber Blick. Hier fiel er nicht auf. Nur das elegante, stets neu gefüllte Weinglas, vereint mit seinen schmutzigen, kaputten Fingernägeln, wirkte befremdlich. Ich nickte ihm zu, und er antwortete lallend.
(Titelfoto von Panoramio|Google Maps)

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Sibiu, Rettung in letzter Minute

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In Rumäniens Städten gibt es oft Hitchhiker Hotspots, von denen die Tramper und die Autofahrer wissen. Da es in Rumänien üblich ist, dem Fahrer eine kleine Unsumme für seine gute Tat zu geben, ist es recht leicht, mitgenommen zu werden. Mit großem Rucksack ist es immernoch kein Problem, doch mit einem Hund hast du hier die absolute Arschkarte gezogen.

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Warum eigentlich Rumänien?

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Für mich ist es gut, Ziele zu haben. So reise ist meist zu Orten, die ich mir vorher herausgesucht hatte. Da gab es Kempten, als erster Couchsurfer-Ort, Lausanne als erster, größerer Aufenthalt und Ivrea, welches ich mir wenige Stunden zuvor als spontanes Ziel herauspickte. Dass ich einen kleinen Plan, ein kleines Ziel brauche, merkte ich zuletzt in Cluj, als ich mich einfach treiben ließ und den Stimmungen der Hippies folgte.
Es ging es durch Deutschland, durch die Schweiz, durch Italien, Kroatien und Ungarn. Und oft hörte ich die Frage: „Wieso eigentlich Rumänien?“

Nun, Rumänien war schon vor Anfang meiner Reise das Ziel für einen großen Zwischenstopp. Und wieso, das erkläre ich euch nun:

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Rainbow-Invasion im Cotton Club

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Noch beim Essen der labbrigen Pizza in Oradea hatte ich Kuba per Facebook kontaktiert. Ein alter Bekannter aus Tschechien, der seit gut zwei Jahren in seiner Wahlheimat Bukarest lebt und sich irgendwie mit Freiwilligenarbeit und kreativen Projekten mit Film und Projektion über Wasser hält. Ich fragte ihn, ob er immernoch in Rumänien sei, und tatsächlich, er hatte gerade seine Unterkunft aus finanziellen Gründen aufgeben müssen, und versucht nach Cluj zu trampen, um dort zwei Menschen zu treffen, die mindestens so schräg sind wie er selbst: Tom und Carson. Mit diesen, so der Plan, wolle er im Apuseni-Gebirge das Rainbow-Gathering besuchen. Ein Treffen der Rainbow-Family, das jährlich in unterschiedlichen Ländern stattfindet. Weiterlesen

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Fein geschmaust in Oradea

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Ich hab’s geschafft! Aber alles der Reihe nach. Um sechs Uhr packe ich mein Zelt zusammen. Recht spät, doch kam der Sonnenaufgang nicht gegen das Neonlicht der Tankstelle und des seltsamen Parkplatzes an. Ich schaute sogar um zwei Uhr nachts auf mein Handy, um mich zu vergewissern, ob es nicht bereits morgen sei.
Ich folgte dem jungen Tankwart, dem ich letzten Abend nach dem Zeltplatz fragte, ins nächste Dorf. Dort, an einer Bushaltestelle, platzierte ich mich mit dem Daumen in der angenehmen Morgensonne. Ich musste nicht lange warten, bis mich eine für meinen ungarischen Erfahrungsschatz eher ungewöhnliche, junge Frau mitnahm. Weiterlesen

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Von schlechter Organisation, Wucher und Verwesung

DSC_6306 (Copy)Wie ihr an dem Foto erkennen könnt, habe ich es tatsächlich geschafft, Budapest nach drei, vier, oder vielleicht zwanzig Wochen zu verlassen. Ich hatte eine wirklich gute Zeit, angefangen mit der Zufallsbegegnung mit Csaba, der Woche mit Rebekka und Marcus bis hin zu dem Haufen Brasilianern. Doch wie entspannt mein Aufenthalt auch war, so anstrengend war mein Abgang, mein Heraustrampen aus Budapest zur rumänischen Grenze.

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Budapest III – Ich muss weiter!

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Spoon ist wieder da, und ich kann mich endlich getrost dem Blog widmen. Entweder daheim, auf dem Balkon oder in einem Café. Ganz besonders gefiel mir das Massolit, welches mir Nathalles ungarischer Mitbewohner empfahl. Ein Café mit Garten und einer Menge Bücher an jeder der Wände. Außerdem löse ich zwei Versprechen ein und verschicke Postkarten an meinen ehemaligen Mitbewohner in Hamburg und zur Kindergartengruppe, in der ich arbeitete. Die Abende verbringe ich meist mit den Brasilianern. Wir schauen das WM-Spiel Brasiliens, und am Freitag dem 13. schauen wir einen Horrorfilm.

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Flugblätter über Margitsziget – Die Suche nach Spoon

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Meine brasilianischen Freunde halfen mir bei der Suche, indem sie das Flugblatt digital über Facebook teilten, und mit Hilfe von Dadas Ideen, ihrer Suche nach sämtlichen Organisationen und Homepages und ihrer Kontaktaufnahme mit jener, registrierte ich Spoon in der TASSO-Database für verloren gegangene Hunde und kontaktierte ebenfalls Organisationen in Budapest per Facebook und e-Mail. Gleich am nächsten Morgen fertigte ich zwanzig Flugblätter in englisch/deutsch an und verteilte sie auf der Brücke zur und auf der Insel. Ich nutzte den Weg auch, um Personen nach Spoon zu fragen. Besonders die arbeitenden Angestellten in Bars und Fahrzeugverleihen. Doch niemand hatte sie gesehen.

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